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Karikatur von Gerhard Mester Zur Vergrößerung in das Bild klicken

Katholische Reforminitiativen zeigen sich enttäuscht von den "Leitlinien für das pastorale Handeln",
mit denen das Erzbistum München und Freising die einzelnen Kirchengemeinden dazu aufgerufen hat, in der Seelsorge und bei der Leitung von Pfarrgemeinden zu experimentieren. Dass neue Modelle erprobt werden sollen, lasse zwar "vorsichtig hoffen", teilten die Münchner Gruppen "Wir sind Kirche", "Gemeindeinitiative" und "Münchner Kreis" mit. Die Leitlinien kämen aber sehr spät und würden noch dazu von oben vorgegeben.

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 Stellungnahme zu den neuen pastoralen Leitlinien des Erzbistums München und Freising

München, 3. Juni 2016

  Die Münchner Reformgruppen Wir sind Kirche, Gemeindeinitiative.org und Münchner Kreis begrüßen, dass der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx jetzt dazu einlädt, Pastoralkonzepte vor Ort zu erarbeiten, die auch offen „für neue Wege und Experimente“ sein sollen, und dass endlich auch verschiedene Leitungsmodelle und Beteiligungsmöglichkeiten von Haupt- und Ehrenamtlichen an der pastoralen Arbeit in der praktischen Umsetzung geprüft werden sollen.

   Aus Sicht der Kirchenbasis ist es nicht nur wegen des immer dramatischer werdenden Priestermangels dringend erforderlich, die pastoralen Konzepte neu auszurichten und die bisherigen Ergebnisse der Strukturreform im Erzbistum auf den Prüfstand zu stellen. Das Erzbistum hatte dazu im März Forschern der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Paderborn den Auftrag für eine groß angelegte Umfrage erteilt. Bereits unter Kardinal Friedrich Wetter hatte es Ausnahmen gegeben, dass zum Beispiel auch Pastoralreferenten statt eines geweihten Priesters an der Spitze einer Gemeinde oder eines Pfarrverbands stehen konnten. Diese Praxis hatte Kardinal Marx direkt nach seinem Amtsantritt zum großen Bedauern der betroffenen Gemeinden unterbunden. Auch die Priester und Diakone des „Münchner Kreises“, die Laien in der „Gemeindeinitiative“ im Erzbistum sowie die Bewegung „Wir sind Kirche“ hatten diese Strukturreform „von oben“ kritisiert.

   Die Reformgruppen stellen mit Bedauern fest, dass die sehr allgemein gehaltenen „Leitlinien für das pastorale Handeln im Erzbistum München und Freising“ erst jetzt, mehr als fünf Jahre nach Abschluss des Diözesanforums „Dem Glauben Zukunft geben“ vorgestellt werden und inhaltlich keinen Bezug auf die damals sehr umfangreichen und konkreten 61 Reformvorschläge nehmen.

  Leider ist auch die Sprache der Leitlinien eher „kirchisch“ und wird von vielen nicht mehr verstanden. Die Bedeutung der kirchlichen Gemeinschaft entscheidet sich für die Gläubigen nicht daran, dass man Kirche abgehoben sakramentalisiert, sondern wie viel Bedeutung die Gemeinschaft, deren Engagement, Aussagen und Feiern mit ihrem konkreten Leben zu tun hat.

   Wenn das kirchliche Leben vor Ort lebendig bleiben soll, sind die Christen und Christinnen in den Gemeinden mit einzubeziehen. Insofern hätte es die aus Taufe und Firmung sich begründende gemeinschaftliche Verantwortung deutlicher gemacht, wenn Gläubige und Leitung zusammen Leitlinien entwickelt hätten, statt dass der Bischofsrat vorgibt und der Kardinal verkündet. Im Begleitschreiben zu den Leitlinien wendet sich Kardinal Marx nur an Priester und pastorale Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Das erweckt den bereits überholt geglaubten Eindruck, Gläubige seien Objekte von Seelsorge statt verantwortlich mithandelnde Subjekte in der Kirche. Die vorgeschriebene Zusammenarbeit mit den Bischofsvikaren und dem Projektteam „Pastoral planen und gestalten“ mag dabei sinnvoll sein, darf aber nicht zur Gängelung werden.

 Die Nagelprobe bei der Umsetzung der Leitlinien und für die Veränderungsbereitschaft auch der Kirchenleitung wird sich insbesondere an folgenden Punkten zeigen:

-          Wieweit werden neue Wege und Experimente wirklich zugelassen und die Angst der Kirchenleitung vor Kontrollverlust überwunden?

-          Wird man sich auf die Möglichkeit des Zugangs von Frauen zu kirchlichen Diensten und Ämtern einlassen? Der deutliche Einsatz für den gleichrangigen Diakonat für Frauen wäre ein Zeichen – theologisch möglich und historisch in der frühen Kirche belegt.

-          Wird den Pastoral- und GemeindereferentInnen sowie fähigen Laien und Laiinnen wieder die Möglichkeit zur Predigt in Eucharistiefeiern geöffnet?

-          Bekommen die Gläubigen, die ja Kirchenbürger und Kirchenbürgerinnen sind, endlich ein Mitspracherecht bei der Bestellung von Leitungsverantwortlichen auf allen Ebenen?

-          Bekommen Gemeinden echte Mitentscheidungsmöglichkeiten, die nicht vom Wohlwollen des örtlichen Pfarrers abhängen und an seinem Veto scheitern können?

-          Wird es – wie es die Bischöfe Kräutler und Lobinger vorschlagen – für die Leitung von Eucharistiefeiern ortsgebundene Beauftragungen auch für Laien wie für Laiinnen geben, damit die immer wiederholte Aussage, dass Eucharistie das Zentrum der Kirche sei, nicht hohle Behauptung bleibt?

  Die Ermunterung zur Erprobung neuer Leitungsmodelle durch Kardinal Marx lässt vorsichtig hoffen. Der Hinweis des Erzbischofs auf die Verantwortung aller, damit Evangelium lebensrelevant bezeugt wird und dass man angemessen für die örtlichen Situationen agieren möge, ist sinnvoll und geboten. Das von Kardinal Marx als Vorsitzendem der Deutschen Bischofskonferenz unterzeichnete gemeinsame Wort der deutschen Bischöfe zur Erneuerung der Pastoral „Gemeinsam Kirche sein“ sollte auch voll und ganz im Erzbistum München und Freising umgesetzt werden. Papst Franziskus hat gegenüber Bischof Erwin Kräutler gesagt „Machen Sie mir mutige Vorschläge!“

Pressekontakte:


Gemeindeinitiative (www.gemeindeinitiative.org)
Paul Ulbrich, Tel: 0157-88 45 56 12, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Wilhelm Genal, Tel: 0151-15 00 48 93, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Münchner Kreis (www.initiative-muenchner-kreis.de)
Stefan Schori, Tel: 089-82 92 06-77, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Hans-Jörg Steichele, Tel: 089-70 86 07, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche (www.wir-sind-kirche.de/?id=507)
Christian Weisner, Tel: 0172-5 18 40 82, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Dr. Edgar Büttner, Tel: 0170-2 92 83 27, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Die Stellungnahme finden sie hier zum Download


 

 

Kardinal Marx will Modelle entwickeln lassen, um den Priestermangel aufzufangen

  Die katholische Kirche ruft ihre Gläubigen zum Experimentieren auf - und lockert dafür umstrittene Vorgaben ihrer Strukturreform. Wie das Erzbistum München und Freising am Dienstag mitteilte, hat Kardinal Reinhard Marx Priester und pastorale Mitarbeiter in einem Brief dazu aufgefordert, neue Modelle für die Seelsorge und für die Leitung von Gemeinden und Pfarrverbänden zu entwickeln; als Orientierungshilfe hat der Bischofsrat des Erzbistums Leitlinien erarbeitet. Ausgewählte Konzepte will die Kirche anschließend in Pilotprojekten ausprobieren.
 

Warum der Katholikentag eine Veranstaltung der leeren Hallen war.

Katholikentage waren einmal dezidiert politische Veranstaltungen: Die katholischen Bürger setzten ein Zeichen in der Welt, in der sie lebten. Deshalb geht, was in Leipzig geschah, ans Eingemachte des Treffens: Ob die Arbeitsministerin auftrat, der Innenminister oder gar der Bundespräsident - die Hallen waren leer. Das liegt nicht einfach am doofen Besucher; der sich nicht mehr für Politik interessiert. Es liegt auch daran, dass die Laienkatholiken den politischen Teil ihres Treffens entpolitisiert haben. . . .

Lesen sie den ganzen Beitrag von Matthias Drobinski hier in der Süddeutschen Zeitung


15 000 Kinder haben ein Boot bemalt und so das wichtigste Thema des Treffens illustriert. Die Flüchtlinge seien ein "Gottesgeschenk", sagt eine Caritas-Mitarbeiterin - eine Einschätzung, die nicht alle teilen.


Leben ohne einen Anflug von Religion - geht das?

In Leipzig gibt es weniger als 5 Prozent Katholiken. Kein Wunder, dass diese Frage beim 100. Katholikentag eine wichtige Rolle spielt.

Ein Antwortversuch in Zitaten von der Podiumsdiskussion "Ich glaub' nichts, mir fehlt nichts".

Lesen sie hier bei Katholikentag.de


Altabt von Einsiedeln: „Zerbrechen des herkömlichen kirchlichen Systems als Chance ergreifen, den Glauben neu zu entdecken“.

Mit den wachsenden Problemen der Kirche, gerade junge Menschen zu erreichen, gehen zugleich Chancen einher, den Glauben neu zu entdecken:

"Gott spielt uns den Ball zu und wir müssen ihn weiterspielen." Viele Menschen in der Kirche würden aber immer noch auf der Tribüne sitzen und sich nicht auf dem Spielfeld beteiligen, so Werlen.

den ganzen Artikel lesen sie hier auf den Seiten der Erzdiözese Wien


Papst Franziskus will klären lassen, ob Frauen Diakone werden dürfen. Sein Vorstoß überrascht sogar den Vatikan.

Papst Franziskus eröffnet die Diskussion über das Diakonat von Frauen in der katholischen Kirche neu. Die Überraschung passiert beiläufig, beim Treffen von 900 Ordensoberinnen aus aller Welt. Die Frauen dürfen ein paar Fragen in der Audienz stellen. Die Fragen sind ziemlich kritisch. Eine lautet: "Was hindert die Kirche, Frauen als Ständige Diakone einzuschließen, wie in der frühen Kirche? Warum sollte man nicht eine offizielle Kommission einberufen, die diese Frage studiert?"

Den ganzen Kommentar von Matthias Drobinski hier in der Süddeutschen Zeitung


  • Papst Franziskus will prüfen lassen, ob Frauen in der katholischen Kirche als Diakone dienen könnten.
  • Er sei willens, dazu eine Kommission einzusetzen, erklärte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen von Frauenorden im Vatikan.
  • Diakone dürfen taufen und predigen, aber zum Beispiel nicht die Messe lesen

den ganzen Artikel lesen sie hier bei der Süddeutschen Zeitung


Von Johannes Röser

Die Nachricht hat sich rasch weit über Münster hinaus ausgebreitet, in der Presse für Aufsehen und in den sozialen Netzwerken für ein lebendiges Echo gesorgt, allein auf Facebook viele Zehntausende Mal:

Thomas Frings, 55, Großneffe des berühmten Kölner Kardinals und Pfarrer der Gemeinde Heilig-Kreuz, wird sich Ostern von seinem Dienst im geistlichen Amt beurlauben lassen und sich zunächst in die Einsamkeit eines Klosters zurückziehen.

Doch nicht dies hat die Aufmerksamkeit von vielen geweckt, sondern wie er seinen Schritt offen und öffentlich begründet: mit massiven Missständen und Fehlentwicklungen im religiösen Leben, in der Seelsorge - und nicht bloß in der Kirchenpolitik.

den ganzen Artikel lesen sie hier im "Christ in der Gegenwart"
CiG Nr. 10/2016  S.99 / 100


Papst Franziskus erhält den Karlspreis - und erinnert die Europäische Union an ihre Wurzeln. Er träume von einem Europa, in dem es kein Verbrechen ist, Migrant zu sein.

Den ganzen Artikel lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

 

 

Karikatur von Harm Bengen

(C) Harm Bengen, www.harmbengen.de

 


Bischof Karl Kardinal Lehmann am Tag des Besuches von Papst Benedikt XVI. auf dem Kapellplatz in Altötting photo taken by Th1979
GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann kritisiert die Art und Weise, wie die katholische Kirche ihre Bischöfe bestellt.

Kurz vor seinem 80. Geburtstag und damit vor seiner Emeritierung als Bischof von Mainz beklagt Kardinal Karl Lehmann, dass "leider auch heute und trotz Papst Franziskus" Vorbehalte der Kurie, die nicht kollegial kommuniziert werden, oder gar Stimmen von außen darüber mitentscheiden, wer wo Bischof wird und wer nicht. "Unbefugte Leute haben immer wieder die Finger drin. Echte Reformen fangen an, wenn solche Dinge verschwinden"

Den ganzen Artikel finden sie hier in der Badischen Zeitung


Papst ruft zu Flüchtlingshilfe am Brenner auf 

Der Papst hat den Bischof von Bozen zur Hilfe für Flüchtlinge am Brenner aufgerufen. Bei einer kurzen Begegnung mit Bischof Ivo Muser betonte er die Dringlichkeit, den Menschen auf der Flucht zu helfen, wie die Diözese in Bozen mitteilte.

Den ganzen Artikel lesen sie hier beim Domradio


Die katholische Kirche stellt ihre Strukturreform auf den Prüfstand...

Mit der Reform hatte das Erzbistum München und Freising damals vor allem auf den Mangel an Priestern reagiert; das Papier sieht vor, die meisten der einst mehr als 700 Einzelpfarreien in der Erzdiözese zu Pfarrverbänden zusammenzulegen.

Die Reform hat in der Vergangenheit für erheblichen Unmut gesorgt. Viele Gemeinden und Pfarrer haben sich arrangiert, doch mit dem "Münchner Kreis" von Priestern und Diakonen sowie der "Gemeindeinitiative" engagierter Laien gründeten sich eigens zwei Reformgruppen, zu deren Forderungen ein Nein zur Zusammenlegung von Pfarreien gehört:

den ganzen Bericht von Jakob Wetzel lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung


 


  Gedanken zu Amoris laetitia

Papst Franziskus erweist sich mit Amoris Laetitia ein weiteres Mal als geschickter Brückenbauer (Pontifex), der sich der Mühsal eines synodalen Weges und der Differenzierung aussetzt. Er hat nach aufmerksamem Zuhören während der beiden Familiensynoden und aufgrund der Umfrageergebnisse aus deren Vorfeld die Vielschichtigkeit der Familienthemen und der unterschiedlichen Situationen weltweit im Blick. Er macht "Vorschläge" und will "ermutigen" (Nr.5).

Indem er sich vom gewohnten Dekretieren und starker Gesetzesorientiertheit abwendet, die Dinge als ein den Menschen zugewandter Seelsorger betrachtet und kulturelle Unterschiede ernst nimmt, eröffnet er neue Räume. Dass er dabei in den Themen 'Beziehungen gleichgeschlechtlich Liebender' und 'Kommunionteilnahme für wiederverheiratet Geschiedene' nicht deutlicher weiter geht, ist für die Betroffenen schmerzlich, für uns alle enttäuschend und zeigt nur allzu klar, welche Blockaden und Spannungen in der Kirche aufgrund großer Traditionsverhaftetheit und deren Widerspruch zum modernen Leben wirksam sind. Ebenso vermisst man den Respekt und die Wertschätzung der von Menschen frei gewählten Lebensformen. Das "noch nicht in der Lage" sein (Nr. 295) oder als in "Schwäche und Unvollkommenheit" lebend (Nr. 296) wird als Abwertung verstanden werden. Prüfung der Einzelsituationen und das Suchen nach jeweils angemessenem Vorgehen sind ein Türspalt, der im konkreten Handeln menschenorientiert genutzt werden will.

Positiv im Schreiben sind die Zurückweisung der Unterordnung von Frauen, die Wahrnehmung der großen Vielfalt familiärer Situationen und die Betonung der Gewissenfreiheit der Menschen, das Eingehen auf Liebesbeziehungen und Erziehung sowie die spürbare tiefe Menschenkenntnis, keine Vorlage von Patentrezepten. Franziskus will pastoralen Dialog, das ist etwas anderes als Menschen als Objekte der Seelsorge.

Im Sinne der Dezentralisierung nimmt der Papst die Bischöfe und das Kirchenvolk in die Mitverantwortung "in jedem Land oder jeder Region besser inkulturierte Lösungen" zu suchen (Nr.3). Dies unterstützt die Forderung kirchlicher Reformgruppen nach einer neuen Synode für Deutschland analog der Würzburger Synode, die mit gleichberechtigten Entscheidungsbefugnissen aller Beteiligten Lösungen für unser Land erarbeitet. Dabei wird der schwierige Dialog über in unserer Zeit noch verstehbare Glaubensinhalte nicht fehlen dürfen.

Alle kirchlichen Gruppen, mehr traditionell denkende wie reformorientierte, müssen sich auf einen neuen Weg der Toleranz vereinbaren, der unterschiedliche Lösungen und Geschwindigkeiten des Vorgehens zulässt. Franziskus ermuntert zu integrativem und nicht zu ausschließendem Denken.

Willi Genal / Paul-G. Ulbrich

Sprecher der Gemeindeinitiative.org


Ich „empfehle nicht, es hastig ganz durchzulesen“: Papst Franziskus legt dem schnellen Interesse Zügel an, gleich zu Beginn des Dokumentes Amoris Laetitia (7) erklärt er, warum der Text so umfangreich geworden ist, und warnt vor einem zu schnellen Suchen und Lesen. Um sich aber in diesem, wie der Papst sagt, umfangreichen Text orientieren zu können, geben wir (Radio Vatican) hier einen Überblick über die wichtigsten Punkte der Apostolischen Exhortation.

den ganzen Text zu den zentralen Punkten lesen sie hier bei Radio Vatican


Papst Franziskus schlägt beim Thema Sex ein neues Kapitel für die katholische Kirche auf.
Für den konservativen Flügel ist die neue Linie ein Albtraum.


 

Während der Glaube vielen Menschen Kraft gibt, hadern andere mit den großen Konfessionen und ihrer Lehre.

Dem aufgeklärten Menschen könne die Religion keine befriedigenden Antworten bieten, kritisiert die Pullacher Kulturwissenschaftlerin Hannah Stegmayer im Gespräch mit dem Unterschleißheimer Pfarrer Johannes Streitberger

das ganze Streitgespräch lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung


Der Satz steht in der Bibel, und er streckt sich den Menschen entgegen wie ein göttlicher Zeigefinger: 

"Was Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen." 

Was heißt das? Die Kirche hat das immer gewusst: Scheidung verboten! Punkt. Aus. Amen. Bis dass der Tod euch scheidet!

den Kommentar von Heribert Prantl lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung

 

Zitat daraus:

" Indes: War und ist es nicht eine Anmaßung zu behaupten, dass alle, die von einem Pfarrer oder einem Standesbeamten getraut wurden, von Gott zusammengefügt wurden? Wenn man den Satz, dass der Mensch nicht trennen soll, heute buchstabiert, dann besagt er wohl: Mensch, sorg' bitte dafür, dass Paare nicht so vielen Härten ausgesetzt sind, dass ihre Beziehung scheitern muss. Mensch, schaffe keine Arbeitsbedingungen, welche die Zeit für das Zusammenleben rauben. Mensch, dulde keine Löhne, die den Paaren den Mut nehmen, Kinder zu bekommen."


In seinem Schreiben "Freude der Liebe" beharrt der Papst auf den Regeln der Kirche zu Ehe und Familie - und wirbt um Verständnis für jene, die anders leben wollen.

Es geht um Amor, die Liebe. Der Papst singt ihr hohes Lied. Zärtlichkeit, eine "gesunde Erotik" und Sexualität gehören zu einer guten Ehe, sagt Franziskus und empfiehlt allen Katholiken: "Es ist gut, den Morgen immer mit einem Kuss zu beginnen." Er betont den Wert des Gewissens in Liebesdingen und Ehefragen. Seine Priester und Bischöfe ermahnt er, sie dürften Geschiedene oder Paare ohne Trauschein nicht ausschließen. Es reiche nicht, "nur moralische Gesetze anzuwenden, als seien es Felsblöcke, die man auf das Leben von Menschen wirft".

Den ganzen Artikel von Matthias Drobinski lesen sie hier in der Süddeutschen Zeitung